Freitag, 17. Mai 2013

Die Rezension zum Gewinnspiel: Göttlich verdammt


Göttlich verdammt von Jospehine Angelini ist der Auftakt zu einer Trilogie, die sich ausnahmsweise weder in dystopischen Gefilden herumtreibt noch sich über maßlos verliebte Gestaltwandler auslässt. Die Göttlich-Reihe ist im Kosmos der griechischen Götter angesiedelt, und jetzt, kurz vor dem  Ende des dritten Bandes, kann ich sagen: Vampirdrama war gestern. Heute heulen die Furien im Hintergrund schaurig, während sich echte Tragödien abspielen.
Helen ist ein schüchterner Teenager. Jede Form von Aufmerksamkeit bereitet der schönen jungen Frau wortwörtlich Bauchschmerzen. Ihre Mutter verschwand, als sie noch ein Baby war. Helens Leben dreht sich um ihren Vater, ihre beste Freundin Claire, und darum, möglichst unauffällig zu bleiben. Das ändert sich
schlagartig, als die Großfamilie Delos auf die kleine Insel Nantucket zieht. Als sie den gut aussehenden Lucas zum ersten mal sieht, ist es um sie geschehen. Aber anstatt dem Mädchenschwarm zu verfallen, hasst sie ihn abgrundtief. Sie, das zurückhaltende und schüchterne Mädchen, versucht in der Öffentlichkeit des Schulbetriebs, ihn zu töten. Wie peinlich! Und obwohl Helen sich während des Angriffs durchaus bewusst ist, was sie tut und wie seltsam und befremdlich ihr Verhalten ist, kann sie das Bedürfnis, Lukas vom Angesicht der Erde zu löschen, nicht bezwingen. Und im Hintergrund heulen die Furien …
Seltsamerweise ist es Lukas, der ihr am meisten Verständnis entgegenbringt und sie über ihr schweres Erbe aufklärt. Helen und die Familie Delos sind Scions, Nachfahren der griechischen Götter. Ihre seit Ewigkeiten verfeindeten Familien müssen dem Ruf der Furien folgen und einander auslöschen – und das alles, weil Helena und Paris nicht voneinander lassen konnten, damals, im Trojanischen Krieg.
Göttlich verdammt liest sich in einem Rutsch, und je weiter man fortschreitet, desto unterhaltsamer wird die Lektüre. Die Handlung an sich ist für Leser/innen des Genres YA Fantasy schon spannend genug, die Neuinterpretation der griechischen Götterwelt fügt noch eine weitere, interessante Dimension hinzu. Natürlich gibt es die obligatorische Liebesgeschichte zwischen Helen und Lukas, aber neben diesem romantischen Erzählstrang gibt es viele andere fesselnde Charaktere. Das Buch ist auch deshalb eine gute Lektüre, weil nicht alle Ideen im ersten Band der Trilogie ausgebreitet und verarbeitet werden. Man spürt während des Lesens, dass sich die Charaktere entwickeln können und Raum für noch mehr Dramatik ist. Besonders gut gefallen hat mir, dass die modernen „Versionen“ der griechischen Helden die grundsätzlichen Charaktereigenschaften der antiken Vorbilder besitzen, aber neu interpretiert wurden und sehr eigenständig sind.
Die Anzahl der handelnden Personen ist wirklich umfangreich für ein Werk dieses Genres, was es nicht gerade leicht macht, den Lieblingscharakter herauszupicken. Ich konnte mich schließlich für Hektor entscheiden, obwohl ich ihn zu Beginn wirklich nicht mochte und auch sein antikes Vorbild nicht wirklich schätze. Ob das in Band zwei und drei so bleiben wird?

So, wer jetzt immer noch nicht weiß, ob er oder sie ein Göttlich-Tshirt gewinnen möchte, dem bleibt wohl nur eines übrig: Selber lesen!

Zum Gewinnspiel geht es hier entlang.